Frage von Mutter Schagalla: Ziegenkäse hilft gegen Krebs! – Was ist dran?
Ziegenkäse
Emely, die Thüringer Wald-Ziege, springt bereitwillig auf das Podest und steckt den Kopf in den Futtereimer. Fütterzeit, Melkzeit – das sind für sie und ihre Besitzerin Synonyme. Mit regelmäßigen Bewegungen melkt die Hobby-Halterin die beiden Euterhälften; die Ziegenmilch schäumt im Eimer. Auf dem Kirchhof im nordhessischen Knüllwald kommt zweimal täglich das Melkkarussel auf die Weide gefahren. Dort werden die 50 Muttertiere maschinell gemolken. Gute Milchziegen geben bis zu fünf Liter Milch täglich – der richtige Grundstock für leckere Käsespezialitäten.
Immer mehr Menschen haben Bock auf Ziegenkäse. Kein Wunder, schließlich ist der Geschmack traditionell hergestellter Rohmilch-Ziegenkäse wirklich etwas Besonderes. Den Bio-Bauern ist es zu verdanken, daß das Angebot inzwischen vielfältig geworden ist. Sie setzen Ziegen als genügsame Haustiere besonders gern ein, weil sie beim Fressen gleichzeitig der Landschaftspflege dienen. “Unsere Ziegen beweiden trockene, unwegsame Wacholderheideflächen. Der Ziegenverbiß verhindert die Verbuschung und trägt so zum Erhalt dieser seltenen Vegetation bei”, erklärt Godehart Hannig vom Kirchhof. Seine KundInnen wissen es ebenfalls zu schätzen, bekommt dieses Nahrungsangebot doch auch Milch- und Käse-Aroma.
Am Aroma scheiden sich die Geister
Apropos Aroma: Genau daran scheiden sich die Geister. Während es den einen kaum intensiv genug sein kann, verweigern andere gar den Probebiß oder den Testschluck. Dabei ist der berüchtigte, strenge Geschmack eher eine Frage der Tier-Haltung, zumindest was die Ziegenmilch betrifft. Die nimmt nämlich schnell den Geschmack ihrer Umgebung an – und wenn es da intensiv nach Bock duftet, bekommt das der ansonsten fein-sahnigen, süßlichen Milch überhaupt nicht. Für das ungewollte, penetrante Ziegen-Aroma sind zudem Capron- und Caprylsäure zuständig, die gebildet werden, wenn durch Fettspaltung Fettsäuren frei werden. Die weiblichen Tiere, Zicken oder Zirben, riechen ohnehin nicht intensiv. Der typische Bockgestank ist vor allem in der Brunstzeit intensiv, wenn sich die Männer mit Urin “parfümieren”. Haben die Ziegen dagegen genug frische Luft und arbeitet der Melker sauber und zügig, schmecken Ahnungslose noch nicht einmal einen Unterschied zur gewohnten Kuhmilch.
Rein sensorisch kommt wohl niemand den vorzüglichen Inhaltsstoffen der Ziegenmilch auf die Spur. Moderne Analyseverfahren brachten den Beweis dafür, was unsere Urahnen praxisnah herausgefunden hatten: Ziegenmilch ist bekömmlicher als Kuhmilch. Das liegt vor allem an den vielen feineren Fettkügelchen und der anderen Struktur der Milcheiweiße, was selbst Allergikern den Genuß ermöglicht. Sowohl der Eiweiß- als auch der Fettgehalt der Ziegenmilch liegt unter denen der Kuhmilch. Dafür bietet Ziegenmilch Mineralstoffe und mehr Spurenelemente. Besonders die vielen freien Peptide und Aminosäuren schlagen positiv zu Buche. Reichlich Phosphor, Calcium, Chlorid, viel Linol- und Linolensäure, die der Körper nicht selbst aufbauen kann, gehören unbedingt ins Loblied auf die Ziegenmilch. Sie gilt als die an Spurenelementen reichste Milch und bietet unter anderem biologisch gebundenes Jod. Carotin fehlt der Ziegenmilch, dafür hat sie fertig synthetisiertes Vitamin A.
Schutz vor Krebs?
Manche gesundheitsfördernde Wirkung wird der Ziegenmilch zugeschrieben. So gilt sie als krebsverhütend, lebensverlängernd, verdauungsfördernd und kräftigend.
Entscheidend für die Schutzwirkung vor Krebs sollen die Ubichinon 50 sein, die für die gesunde Zellfunktion notwendig sind. Es handelt sich dabei um biologisch hochwertige Verbindungen, die eine große Zahl von Kohlenstoffatomen besitzen und die Zellatmung aktivieren. Ziegenmilch stimuliert die körpereigene Abwehr.
Bereits im Altertum war der therapeutische Wert dieser ältesten, vom Menschen genutzten Milch bekannt. Hippokrates setzte Ziegenmolke als Heilmittel ein. Paracelsus lobte im 16. Jahrhundert vor allem die Ziegenmilchsäure als heilwirkend. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden in Wildbad bei Kreuth tägliche Molkekuren angeordnet. Das lange Leben vieler Menschen auf dem Balkan wird auf gesäuerte Ziegenmilch zurückgeführt.
Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein wurde die Ziege als “Kuh des kleinen Mannes” in vielen Verschlägen oder gar Kellern gehalten. Mit Ziegenmilch und deren Produkten wie Sahne, Butter, Käse sowie Fleisch, Haaren, Fellen sicherten die Ziegenhalter das Überleben ihrer Familien.
Alternative für Allergiker
Heute ist Ziegenmilch vor allem als Diätetikum gefragt, wenn Kuhmilch-Allergiker Alternativen suchen. Durchgesetzt hat sich dagegen Ziegenkäse. Käsespezialitäten von der Ziege haben einen hohen Stellenwert erlangt – vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil sie echte Raritäten sind.
Auf dem Kirchhof werden jährlich 30.000 Liter Ziegenmilch in Demeter-Qualität produziert. Dort leben sechs bis zehn Ziegen auf dem Hektar. Sie werden auch von Mitgliedern der Lebensgemeinschaft Persephne, einer heilpädagogisc
http://www.schrotundkorn.de/1996/sk960902.htm
Beste Antwort:
Answer by Friedrich Wilhelm
Ziegen bekommen in der Tat keinen Krebs. Ihr Immunsystem ist extrem stark. Die wird mit Milch und Kaese uebertragen.
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